Heilfasten – Reinigung für Körper und Seele

Der zeitlich begrenzte, freiwillige Verzicht auf feste Nahrung gehört zu den ältesten Heilmethoden überhaupt. Am bekanntesten und beliebtesten ist das klassische Heilfasten, eine Fastenart, bei der komplett auf Nahrung verzichtet wird. Stattdessen wird viel Wasser und Tee getrunken, Säfte und Gemüsebrühe sind ebenfalls erlaubt. Foto: Content Pixie, Unsplash

Was Fasten dem Körper bietet

  • die Möglichkeit, sich von überflüssigem Ballast zu befreien und gesammelte Schadstoffe auszuscheiden
  • gesteigerte Energie
  • ein verbessertes Allgemeinbefinden
  • ein deutlich verjüngtes Hautbild
  • ein Gefühl tiefer Ruhe und Erholung.

Doch wie funktioniert eine Heilfastenkur? Für wen ist sie geeignet und welche Grundregeln sollten beim Fasten beachtet werden? Im Folgenden haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt!

Warum ist Heilfasten so gesund?

Das Überangebot an Nahrung ist für den menschlichen Körper eine relativ neue Herausforderung, auf die er sich im Laufe der Evolution noch nicht einstellen konnte. Während längere Phasen der Entbehrung zu Urzeiten durchaus üblich waren, stehen uns heute fast unbegrenzte Nahrungsmengen zu jeder beliebigen Zeit zur Verfügung. Für diese eigentlich positive Entwicklung zahlen wir jedoch auch einen Preis: Übergewicht und Zivilisationskrankheiten sind auf dem Vormarsch, da den Ausscheidungsorganen die physiologisch notwendigen Entlastungsphasen fehlen. Wenn du dich für eine Heilfastenkur entscheidest, gönnst du deinem Körper die lang ersehnte Pause und gibst Leber, Nieren und Haut die Möglichkeit, gesammelte Giftstoffe auszuscheiden und sich zu regenerieren. Hierdurch normalisieren sich die Harnsäurewerte, der Blutdruck sowie der Blutzuckerspiegel. Falls du unter gesundheitlichen Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Verdauungsproblemen oder Wasseransammlungen leidest, verbessert sich dein Befinden während des Fastens meist sehr schnell.

Foto: Content Pixie, Unsplash

Klassisches Heilfasten oder eine andere Fastenmethode?

Je nach persönlicher Neigung kannst du zwischen verschiedenen Methoden des Fastens wählen. Vielen Einsteigern ist das klassische Heilfasten zu extrem, da hierbei komplett auf Nahrung verzichtet wird. Ist das der Fall, kann man zum Einstieg auch eine leichtere Fastenmethode wählen und sich nach und nach dem Heilfasten nähern. Allen gemeinsam ist, dass du auf die Aufnahme fester Nahrung verzichtest, aber reichliche Mengen an Flüssigkeit zu dir nimmst: Wasser, Tee und, je nach Variante, Gemüsebrühen oder Säfte, sind für den Organismus unverzichtbar und ermöglichen den Abtransport der Giftstoffe. Im Folgenden stellen wir dir drei bekannte Methoden des Heilfastens vor:

Foto: Louis Hansel @shotsoflouis, Unsplash

Teefasten

Beim Teefasten nimmst du für die Zeit des Nahrungsverzichts ausschließlich ungesüßten Kräutertee und Wasser zu dir. Diese radikalste Methode des Heilfastens solltest du am besten unter ärztlicher Aufsicht durchführen. Wenn du durchhältst, werden die Ergebnisse dich überraschen: Nach ein bis zwei Wochen ohne feste Nahrung fühlst du dich entspannt und voller Energie, hast das eine oder andere Fettpölsterchen verloren und kannst dich über ein klares Hautbild freuen. Nutze diesen Impuls am besten als Startpunkt für eine langfristige Ernährungsumstellung, die dir dabei hilft, diesen Zustand dauerhaft zu erhalten.

Heilfasten nach Buchinger

Bei dieser Art des Fastens sind neben Wasser und Tee auch kleine Mengen frischer Gemüsebrühe, sowie Säfte erlaubt. Auch ein bis zwei Teelöffel Honig pro Tag sind erlaubt, wenn es darum geht, Schwächegefühle zu überbrücken. Hierdurch ist die Kur leichter durchzuhalten als das reine Teefasten, weshalb das Buchingerfasten die wohl beliebteste Methode darstellt. Sie ist die Fastenart, die wir als das klassische Heilfasten bezeichnen.

Saftfasten

Hierbei dürfen pro Tag bis zu sieben Gläser möglichst frisch gepressten Safts getrunken sowie eine Gemüsesuppe gegessen werden. Was wie eine mildere Form des Fastens klingt, fällt vielen Menschen jedoch schwerer als die strenge Nahrungsenthaltung, da der Saft das Hungergefühl nicht zur Ruhe kommen lässt. Wer sich für diese Form des Fastens entscheidet, sollte sich deshalb auf eine besondere Herausforderung seiner Willenskraft einstellen.

Foto: Brooke Lark, Unsplash

Intervallfasten

Das Intervallfasten lässt sich auch in den Arbeitsalltag integrieren, denn hierbei wechselt die Phase der Nahrungsaufnahme (acht Stunden) mit der Zeit des Fastens (16 Stunden) täglich ab. Die Methode ist auch für längere Kuren geeignet und führt zu einer langsamen aber stetigen Entgiftung und Gewichtsabnahme. Hier erfährst du noch mehr zum Intervallfasten.

So bereitest du dich perfekt auf deine Fastenkur vor

  • Wähle einen Zeitraum, in welchem du möglichst wenig durch Stress belastet bist. Alternativ kannst du die Kur auch als entspannenden Urlaub in einer Fastenklinik durchführen.
  • Beginne das Fasten mit mindestens einem Entlastungstag, an dem du nur wenige und leichte Speisen zu dir nimmst, um den Übergang für deinen Körper sanft zu gestalten.
  • Am Morgen des ersten Vollfastentags solltest du unbedingt eine Darmreinigung vornehmen. Je nach Belieben kannst du hierzu Glaubersalz verwenden oder einen Einlauf durchführen.
  • Verzichte während des Fastens auf Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Nikotin, um die Entgiftung nicht zu stören. Trinke stattdessen ausreichend Wasser, um deinen Körper bei der Entgiftung zu unterstützen und Hungergefühlen vorzubeugen. Hier findest du unsere besten Tipps, wie du es schaffst, mehr Wasser zu trinken.

Wie läuft eine Heilfastenkur ab?

Die ersten zwei oder drei Tage einer Fastenkur können deine Willensstärke ganz schön herausfordern, da du dich hungrig und etwas missmutig fühlen wirst. Tue dir deshalb etwas Gutes und gönne deinem Körper eine Wellnessbehandlung. Da die Haut stark mit der Entgiftungsarbeit beschäftigt ist, ist dies der richtige Zeitpunkt für ein sanftes Körperpeeling.  Hier erfährst du, wie du dir ganz leicht dein eigenes Peeling herstellen kannst. Gönne dir anschließend eine schöne heiße Dusche oder ein warmes Bad und verwöhne deinen Körper danach mit Argan-Öl. Dieses unterstützt die Zellerneuerung und macht deine Haut wunderbar zart. Nimm dir anschließend Zeit für etwas Entspannung und genieße das gute Gefühl, wenn Körper und Seele zur Ruhe kommen. Nach der Einstiegsphase verschwindet der Hunger in der Regel schlagartig und es kommt zur Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin. Daran merkst du, dass der Körper in den Fastenmodus umgeschaltet hat und sich nun aus eigenen Fettreserven ernährt.

Foto: LYFE Fuel, Unsplash

Bewegung und Sport während der Fastenkur

Wenn die ersten Tage vorbei sind, sich dein Körper bereits auf den Fastenstoffwechsel umgestellt hat und du dich gut fühlst, kannst du durchaus etwas sportliche Aktivität in deine Fastenkur integrieren. Ein flotter Spaziergang, eine kleine Radtour oder ein Yogaprogramm kurbeln die Entgiftung weiter an und sind darum sogar empfehlenswert während einer Fastenkur. Auch eine kleine Wanderung in der Natur eignet sich gut während einer Fastenkur. Achte aber darauf, dich nicht zu überfordern: Eine Fastenkur ist nicht die richtige Zeit für Hochleistungssport! Wenn du noch nie Yoga gemacht hast, kannst du hier mehr über deinen sanften Einstieg und die Vorteile erfahren. 

Foto: Aarón Blanco Tejedor, Unsplash

Fastenbrechen

So wie man die Fastenkur mit einigen Entlastungstagen einleitet, so sollte man den Körper auch wieder auf die feste Nahrung vorbereiten. Dazu ist es üblich als erstes einen Apfel zu essen, mit dem man sozusagen das Fasten bricht. Die Aufbautage nach der Fastenkur sollten so lange andauern wie die Fastenkur selbst. Zunächst sollte man dabei nur sehr leicht verdauliche Speisen, wie Apfel, Karotten und Gemüsebrühe zu sich nehmen. Ab dem 3. Tag können dann auch langsam wieder pürierte Gemüssuppen dazu kommen. Grundsätzlich sollte man dabei weiterhin darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, bewusst und langsam zu essen und den Körper mit leicht verdaulichen Speisen nach und nach wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

Wie lange und wie oft sollte man fasten?

Für Einsteiger ist eine Fastenwoche mit ein bis zwei Entlastungstagen und fünf Vollfastentagen ein gutes Maß, um die positiven Effekte des Fastens kennenzulernen. Wenn du etwas mehr Übung hast, kannst du bis zu drei Wochen fasten, was jedoch abhängig von deiner individuellen Konstitution ist. Führe je nach Neigung einmal jährlich eine große Fastenkur durch oder entscheide dich alle zwei bis drei Monate für kürzere Heilfastenphasen oder für alltagstaugliches Intervallfasten.

Foto: Camylla Battani, Unsplash

Für wen ist Heilfasten nicht geeignet?

Falls du schwanger oder noch im Wachstumsalter bist, Untergewicht aufweist oder unter psychischen Problemen leidest, darfst du auf keinen Fall fasten. Auch bei bestimmten Erkrankungen des Herzens oder der Nieren ist der Nahrungsentzug kontraindiziert. Auch für stillende Frauen, Personen mit Essstörungen, Frischoperierte, Menschen die an Tuberkulose, Krebs oder einer Schilddrüsenüberfunktionleiden leiden, ist das Fasten nicht zu empfehlen. Frage deshalb am besten vor Beginn der Kur deinen Arzt, ob das Heilfasten für dich geeignet ist. Fastenkuren, die länger als eine Woche dauern, sollten grundsätzlich medizinisch überwacht werden, um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen. Wenn du all diese Tipps beachtest, wirst du aber auf jeden Fall mit einem tollen Gefühl, mehr Energie und Gesundheit belohnt! So startest du dieses Jahr garantiert ohne Frühjahrsmüdigkeit in den Frühling!